kurze Info zum Neufeld-Ansatz

Der Neufeld-Ansatz ist ein entwicklungspsychologisches Modell, das vom kanadischen Psychologen Dr. Gordon Neufeld entwickelt wurde. Im Zentrum steht die Bedeutung von Bindung als Grundlage für eine gesunde emotionale und soziale Entwicklung von Kindern.

Kerngedanken des Neufeld-Ansatzes:
   •   Bindung vor Erziehung: Kinder folgen Menschen, an die sie emotional gebunden sind. Eine stabile, sichere Bindung ist daher die Voraussetzung für Erziehung, Lernen und Entwicklung.
   •   Bindung geht in die Tiefe: Neufeld beschreibt sechs Stufen der Bindung – von physischer Nähe bis zu emotionaler und psychologischer Nähe. Eine gesunde Entwicklung braucht Zeit und Schutz, um diese Stufen zu durchlaufen.
   •   Entwicklung braucht Reifung: Kinder entwickeln sich nicht durch Erziehung, sondern durch innere Reifungsprozesse – wenn sie die nötige Sicherheit und Geborgenheit erfahren.
   •   Die Rolle der Erwachsenen: Erwachsene sollen Orientierung, Schutz und emotionale Geborgenheit bieten. Es geht nicht um Kontrolle, sondern um Führung durch Beziehung.
   •   Vorsicht vor Gleichaltrigen-Orientierung: Wenn Kinder ihre primäre Bindung auf Gleichaltrige verlagern, kann das die emotionale Reifung stören. Erwachsene sollten Hauptbezugspersonen bleiben.


Bindung ist die Grundlage jeder gesunden Entwicklung. Erwachsene führen Kinder am besten durch Liebe, Nähe und Verlässlichkeit – nicht durch Kontrolle, Methoden und Strafen.

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